Mitarbeit in Lebensgemeinschaft – Caritas Kinderdorf Irschenberg

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Mitarbeit in einer Lebensgemeinschaft im Kinderdorf Irschenberg

Die beziehungsintensive Form des Zusammenlebens von Kindern und Hausmutter/-eltern und Erzieher*innen in unseren Kinderdorffamilien ist die Basis unserer ganzheitlichen Erziehung. Grundrechte, die den Kindern oftmals verwehrt blieben, wie das Grundbedürfnis nach Nahrung, Sicherheit und Geborgenheit sowie nach Liebe und Fürsorge erleben sie hier im täglichen Leben miteinander. Erst durch die Befriedigung dieser Grundbedürfnisse bauen die Kinder langsam wieder Vertrauen, Selbstwert­gefühl und Selbstvertrauen auf und erlangen so auch Erfolgserlebnisse in Schule und Beruf.

Ein alles andere als alltäglicher Beruf: Hausmutter und Hausvater

Kontinuität und Beziehungskonstanz sind wesentliche Grundgedanken der Kinderdorfpädagogik. Diese Faktoren werden für die Kinder spürbar, indem Erwachsene, die sie erziehen, das Leben mit ihnen teilen. Leben teilen heißt dabei, viel Zeit mit den Kindern und Jugendlichen zu verbringen, mit ihnen zu arbeiten und mit ihnen Spaß zu haben. In unseren Kinderdorffamilien leben ca. sechs Kinder und Jugendliche mit ihren Hausmüttern bzw. -eltern, deren Kind(ern) und Erzieher*innen in einem stabilen und zuverlässigen sozialen Umfeld zusammen. Wegen Schicksalsschlägen und Notlagen konnten ihren eigenen Familien diese Stabilität nicht mehr bieten. Dies machte die Kinder zu sogenannten „sozialen Waisen“ und eine Unterbringung im Kinderdorf durch die regionalen Jugendämter notwendig. Bei uns erhalten sie umfassende pädagogische und soziale Betreuung sowie psychologische Begleitung bis zur Rückführung in die eigene Familie oder bis sie selbständig ihr eigenes Leben meistern können. Das Zusammenleben in unseren derzeit 12 Kinderdorfgruppen ist die Basis unserer Erziehung. Der Alltag wird in einer kindgerechten, liebevollen Atmosphäre strukturiert. Sicherheit, Geborgenheit und Fürsorge erleben sie hier im täglichen Leben miteinander.

 

 

Das besondere Berufsbild der Kinderdorfmutter

Kinderdörfer bieten den Kindern eine neue Chance, unter guten Bedingungen in Sicherheit aufzuwachsen. In den Kinderdorffamilien finden sie den Schutz und die Fürsorge, die sie so dringend benötigen und auf die sie seit 1989 zudem ein Recht haben. Denn in den UN-Kinderrechtskonventionen haben sich die Vertragsstaaten damals verpflichtet, jedem Kind unter Berücksichtigung der Rechte und Pflichten seiner Eltern, den Schutz und die Fürsorge zu gewährleisten, die zu seinem Wohlergehen notwendig sind.

Evi Lanz ist seit 1987 eine der Hausmütter in Irschenberg und hat über die Jahre 47 Kinder beim Heranwachsen begleitet. Derzeit leben bei ihr sechs Kinder zwischen 11 und 15 Jahren. Die erfahrene Kinderdorfmutter weiß, was für die Kinder neben einer kindgerechten, liebevollen Atmosphäre wichtig ist: „Geborgenheit, Verlässlichkeit und ein strukturierter Tagesablauf. Vieles davon erleben, die Kinder bei uns zum ersten Mal. Dazu gehört eine regelmäßige Versorgung, das Erledigen der Hausaufgaben und gemeinsame Zeit zum Spielen und für Ausflüge. Manche Kinder geben sich selbst die Schuld an der Situation, was sie manchmal hindert mit einem ausgebildeten Selbstbewusstsein und dem Wissen um ihre Talente und Möglichkeiten, den Alltag gut zu bewältigen. Durch gezielte psychologische und pädagogische Betreuung bauen die Kinder langsam ihr Selbstvertrauen aus und finden zu einer positiven Lebenseinstellung.“ Hierbei wird die pädagogisch ausgebildete Kinderdorfmutter durch Kolleginnen sowie Psychologen, Heilpädagogen und Therapeuten unterstützt. Eine Zugehfrau hilft, das große Haus auf dem Kinderdorfgelände in Ordnung zu halten. Die Kinder bleiben so lange in den Familiengruppen bis sie entweder in die eigene Familie zurückkehren können oder selbstständig ihr eigenes Leben meistern. Und auch danach können sie sich sicher sein, im Kinderdorf immer ein offenes Ohr zu finden, falls sie Unterstützung benötigen oder ihre ehemalige Kinderdorffamilie besuchen wollen. Das ist Evi Lanz besonders wichtig: „Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir - wie in jeder anderen Familie auch - immer für die Kinder da sind, auch wenn aus ihnen zwischenzeitlich junge Erwachsene geworden sind.“
Über den außergewöhnlichen Beruf der Hausmutter äußert sich der Dorfleiter, Wolfgang Hodbod folgendermaßen: „Man muss schon bereit sein, auf eine strikte Trennung von Privat- und Berufsleben weitgehend zu verzichten. Unsere derzeitigen Leiterinnen und Leiter der Kinderdorffamilien, ob allein, mit Ehepartner, mit oder ohne eigene Kinder sehen ihre Arbeit in der großen Kinderdorfgemeinschaft als Bereicherung ihres Lebens.“
Kinderdorfmutter Lanz hat nach eigenen Angaben im Kinderdorf ihr persönliches Lebensglück gefunden. Das gute Gefühl, etwas Sinnvolles zu leisten, macht für sie nach eigener Aussage den Beruf zur Berufung. Zu erleben, dass sie tatsächlich viel bewirken kann. Wenn sie die Kinder durch die Höhen und Tiefen insbesondere der Pubertät geführt hat und diese dann irgendwann gekonnt ihre eigenen Leben meistern, das ist ihre Motivation, weiterzumachen. Und das seit 30 Jahren!

 

 

Muttertag im Caritas Kinderdorf Irschenberg

Man hört nackte Füße durch das Haus huschen, klapperndes Geschirr, tuschelnde Kinderstimme, Stephanie M. muss heute am Muttertag im Bett bleiben, bis sie gerufen wird. Wenn sie dann runterkommen darf, stehen da vor dem gedeckten Frühstückstisch sieben Kinder, die alle nicht ihre eigenen sind. Stephanie M. ist Kinderdorfmutter – quasi von Beruf Mutter. Heute bedanken sich die Mädchen und Buben für die Fürsorge und Liebe im vergangenen Jahr. Dafür haben sie im Kindergarten gemalt, in der Schule gebastelt, Gedichte auswendig gelernt und im Kinderdorf einen Kuchen gebacken. Die Dankbarkeit der Kinder beglückt die Kinderdorfmutter jedes Jahr aufs Neue.

Auch Elisabeth T. lebt mit ihrem Mann, ihren eigenen Kindern sowie sechs Kinderdorfkindern im Kinderdorf. Als ihr dreijähriges Pflegekind aus dem Kindergarten ein Muttertaggeschenk mitbrachte und Elisabeth ihr anbot, das Geschenk der Mama mit der Post zu schicken, entgegnete die Dreijährige: „Nein, das Geschenk ist für dich, denn du stehst in der Nacht für mich auf, wenn ich geträumt habe. Der Mama kann ich ja noch was malen.“
Wenngleich der Kontakt zu den leiblichen Eltern während des Jahres bewusst gepflegt wird, ist für viele Kinder an Muttertag ganz klar, dass die „liebe Hausmami“ diejenige ist, die gefeiert werden soll. Denn sie ist das ganze Jahr über für sie da, kümmert sich um sie, sorgt dafür, dass etwas zum Essen und Anziehen da ist, lernt und kuschelt mit ihnen. Etwas, was die leiblichen Mütter nicht leisten konnten. Elisabeth dazu: „Eines unserer Kinder hatte bei seinen leiblichen Eltern kein eigenes Bett und es dauerte sechs Monate bis es nicht mehr jeden Tag fragte: „Gibt es heute Mittag wieder etwas zu essen?“ Aus solchen Gründen schickt das Jugendamt die Kinder, die in ihren eigenen Familien vernachlässigt, teilweise geschlagen oder missbraucht wurden, in die Obhut des Caritas Kinderdorfs Irschenberg.

Das Kinderdorf bietet den Kindern und Jugendlichen eine neue Heimat. Hier erleben sie erstmals die Wärme und Sicherheit einer intakten Familie. Die Kinderdorfmutter ist ihnen dabei diejenige, die Halt und Orientierung gibt. Sie ist ihnen die so wichtige, feste Bezugsperson, damit sich die jungen Menschen sozial, geistig und körperlich entwickeln können. Deshalb leben die Kinder und Jugendlichen hier wie in einer normalen Familie meist mit einem Kinderdorfvater, der jeden Tag zur Arbeit geht. Auch eine Erfahrung, die für einige Kinderdorfkinder neu ist.

Um den Beruf der Kinderdorfmütter und -väter in der Gemeinde sichtbar zu machen, veranstalten die Kinderdorfeltern des Caritas Kinderdorf Irschenberg einen kindgerechten Muttertagesgottesdienst. Gemeinsam singen und musizieren sie mit den Kindern und Jugendlichen in der Irschenberger Kirche. Im Anschluss gibt es mit allen Familien Kuchen im Kinderdorf und wenn es das Wetter zulässt, wird noch gemeinsam gegrillt. Wie in anderen Familien an Muttertag.

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